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Thema: Tiere

Schädliche Tiere loswerden

Ratten, Mäuse und Waschbären lassen sich gerne in der Nähe von Menschen nieder. Wie hält man diese und andere ungebetene Gäste fern von Haus und Garten?
von Ute Essig, 06.11.2017

Schädlingsbekämpfung in München: Warnung vor Rattenködern am Spielplatz

W&B/Andre Kirsch

Huch! War das etwa eine …? Ja. Wer am späteren Abend in München an der Isar entlangjoggt oder mit dem Hund spazierengeht, dem huscht schon einmal eine Ratte über den Weg. Und wer den Nagern nicht leibhaftig begegnet, wird durch bunte Zettel an den Bäumen, die vor Giftködern warnen, auf sie aufmerksam gemacht.

Innerhalb von 15 Jahren stieg die Zahl der gemeldeten Rattenbefälle in der bayerischen Landeshauptstadt um 40 Prozent auf 2411 pro Jahr, bestätigt das zuständige Referat für Gesundheit und Umwelt. Auch auf manchen Spielplätzen tummeln sich die Tiere. Sie halten sich dort auf, wo Menschen essen, Pizzaschachteln im Mülleimer oder Keks- und Reiswaffelkrümel auf dem Boden landen.

Abwasserkanäle als Rückzugsort

Von einer Plage will in München jedoch niemand reden. "Das haben wir im Griff", sagt Bernadette Felsch vom Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt. Dass in großen Städten auch viele Ratten leben, ist in der Tat nicht ungewöhnlich. In Berlin sollen sogar über zwei Millionen im Untergrund zu Hause sein.

Mit der Zahl der Menschen wächst auch die Population der Ratten. Die Tiere gelten als sogenannte Kulturfolger, lassen sich gerne da nieder, wo viele Menschen leben – und es dementsprechend reichlich Futter gibt. Häufig halten sich die nachtaktiven Nager in den immer dunklen Abwasserkanälen auf. "Ratten und Mäuse kommen dann in private Haushalte, wenn sie dort Nahrungsquellen und Tränken sowie Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten finden", erklärt Anke Geduhn, Expertin für Schädlinge und deren Bekämpfung am Umweltbundesamt.

Der Katze das Futter geklaut

Zum Beispiel locken Komposthaufen, Müll oder auch der Futternapf von Hund und Katze die Nager an. Finden sie auf dem Dachboden oder im Keller zudem ein ungestörtes Plätzchen, können die unerwünschten Gäste schnell zu Dauermietern werden.

Ein Türspalt oder eine Mauerritze von zwei Zentimetern reicht aus, damit etwa eine Maus ins Haus oder in die Wohnung schlüpfen kann. Und Ratten oder Mäuse in den eigenen vier Wänden oder im Garten sind nicht nur eklig und irgendwie unheimlich.

Kot, der krank macht

"Sie können eine ganze Reihe von Krankheitserregern auf den Menschen übertragen", sagt Anke Geduhn. Etwa Leptospiren, Hantaviren und Escherichia-coli-Bakterien. Oft reiche der Kontakt mit dem Kot oder dem Urin aus, um sich zu infizieren. Deshalb sei es wichtig, einem Einzug der Nager vorzubeugen. Nicht nur in großen Städten. Doch wie geht das?

Bewahren Sie Lebensmittel, Tierfutter und andere Vorräte sicher und gut verschlossen auf. Dichten Sie Zugänge wie Spalten oder Löcher zum Innenbereich ab, etwa durch Gummilippen an den Türen. Wer Abfälle kompostiert, sollte dies mit besonderer Sorgfalt und in geeigneten Behältnissen tun. "Um die Ansiedlung und Ausbreitung von Ratten in der Kanalisation zu vermeiden, sollten außerdem keine Lebensmittelreste durch die Toilette entsorgt werden", rät Expertin Geduhn.

Auf Spuren achten

Auf einen Befall mit den Gesundheits- und Hygieneschädlingen deuten Kot und Urin sowie Nagespuren hin. Häufig hinterlassen die Tiere auch einen beißenden, ammoniakähnlichen Geruch. Oder Lauf- und Schmierspuren entlarven die wuseligen Vierbeiner. Um diese zweifelsfrei erkennen zu können, raten Schädlingsbekämpfer, beim Verdacht auf Nagerbefall eine dünne Mehlschicht auszubringen. Diese wird am nächsten Tag auf Spuren kontrolliert.

Haben sich die Tiere bereits angesiedelt, kann es in manchen Fällen helfen, zum Beispiel den Übergang von der Garage zum Haus zu verschließen oder die Katzenklappe zu versperren.

Waschbären dürfen nicht gefangen und getötet werden

Getty Images/Harris Hui

Lieber Fallen statt Gift

Treten die Tiere nur einzeln auf, empfiehlt das Umweltbundesamt, im Innenbereich eines Hauses oder einer Wohnung "Fallen dem Einsatz von chemischen Nagetierbekämpfungsmitteln grundsätzlich vorzuziehen, wenn diese tierschutzgerecht eingesetzt werden". Biozide sollten das "letzte Mittel der Wahl sein und immer auf das notwendige Mindestmaß reduziert werden". Bei unsachgemäßem Gebrauch können Giftköder zudem vor allem für Kinder und Haustiere lebensgefährlich werden. Am besten wenden sich Betroffene gleich an einen Profi. Adressen von Schädlingsbekämpfern findet man im Internet oder im Telefonbuch.

Wer ungebetene Hausgäste loswerden will, muss gewisse Regeln beachten: Anders als Ratten und Mäuse dürfen zum Beispiel Waschbären nicht einfach gefangen und getötet werden. Auch hier gibt es Vorbeugemaßnahmen, sodass sich diese Wildtiere erst gar nicht in Haus und Garten niederlassen. So sollten reife Früchte schnell geerntet und alle Abfälle gewissenhaft entsorgt werden.

Massenweises Ungemach: Was tun bei Ameisen-Befall?

Nicht nur größere Tiere können zu lästigen Untermietern werden. Auch in Massen auftretende Insekten wie zum Beispiel Ameisen sind für die Menschen ein Albtraum. "Für Ameisen sind vor allem zuckerhaltige Lebensmittel besonders attraktiv", sagt Anne Krüger, Expertin am Umweltbundesamt. Etwa angebrochenes Müsli im Küchenschrank oder Kuchen in der Speisekammer.

Häufig beginnt die Plage mit einzelnen Späher-Ameisen, die den Weg zur Futterquelle mit Lockstoffen (Pheromonen) markieren. "Auf dieser Spur – meistens eine ganz gerade Straße – sind die Ameisen dann unterwegs", erläutert Professor Johannes Steidle vom Institut für Zoologie der Universität Hohenheim.

Um Ameisen loszuwerden, sollte man dem Tierökologen und Insekten-Experten zufolge ihre Nahrungsquelle entfernen und die Pheromonspur beseitigen. "Sie können sie zum Beispiel mit Alkohol wegwischen."

Manche Ameisenarten, wie die Holzameise, sind gefürchtete Materialschädlinge, da sie ganze Holzkonstruktionen in Gebäuden zerstören können. Hier schaffen Kammerjäger Abhilfe, die die Insekten mit Heißluft oder Kälte vertreiben.




Bildnachweis: W&B/Andre Kirsch, Getty Images/Harris Hui

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